|
letzte Aktualisierung: 30.01.2008
 Wenn Sie von
Welzheim kommend die L 1020 Richtung Rudersberg nehmen, dann
befindet sich auf der linken Straßenseite in einer scharfen
Rechtskurve bei der Laufenmühle ein Parkplatz, der nicht nur
ein idealer Ausgangspunkt ist, die Wieslaufschlucht zu erkunden,
sondern auch für eine Wanderung durch das Edenbachtal, den
Geologischen Pfad Welzheim oder auch zur Kesselgrotte.
>>> Karte
Steil führt die Straße von Welzheim herab zur
Laufenmühle. Insgesamt 230 Meter Höhenunterschied auf
knapp 8 km Länge müssen von Welzheim nach Rudersberg
überwunden werden. Über weite Strecken führt eine
längst stillgelegte Eisenbahntrasse parallel zur Straße
den Berg empor. Die Wieslaufbahn wand sich hier den Berg hinauf.
Einst war sie eine der steilsten Eisenbahnstrecken
Württembergs. 1911 erst fertig gestellt, wurde sie im Jahr
1988 wegen mangelnder Rentabilität endgültig stillgelegt.
Mittlerweile wird hier allerdings wieder renoviert und restauriert
(1)
, so dass es nicht mehr lange dauern wird, bis man wieder mit der
Bahn nach Welzheim fahren kann.
Am Parkplatz
Laufenmühle
Die Wieslauf hat ihre Quelle quasi im Ebnisee.
Von dort fließt sie zunächst langsam und
unspektakulär durch ein breites Tal. An der Laufenmühle
aber verändert sie schlagartig ihr Gesicht.
Ein beeindruckendes Viadukt
überspannt die Wieslaufschlucht bei der Laufenmühle
Hier stürzt sie unmittelbar hinter der Straße
donnernd in die tief eingeschnittene Schlucht hinab. Um die
Straße vor der Wasserkraft zu sichern wurde der Fall mit
einer Stützmauer versehen. Vom Parkplatz aus, muss man nur
wenige Meter gehen, um durch ein Geländer gesichert, einen
Blick darauf werfen zu können. Aber das ist nicht die einzige
Attraktion.
Unübersehbar das Eisenbahnviadukt, das den
Geländeeinschnitt der Wieslauf überspannt.
Unüberhörbar die beiden viele Meter hinabstürzenden
Wasserfälle. Der zweite Wasserfall wird vom Edenbach gespeist.
Der Edenbach kommt aus Richtung Welzheim, speist zunächst noch
in Parkplatznähe einen kleinen Stausee, der ursprünglich
eine wichtige Aufgabe hatte und der Stromgewinnung diente, und
fällt dann kaskadierend hinab zur Wieslauf mit der er sich
vereinigt.
Vom Parkplatz aus folgt man der breiten Forststrasse. Irgendwo
weit unterhalb von uns befindet sich die Wieslauf - wir können
sie hören aber zunächst nicht sehen. Allerdings - wie
immer in solchen Gebieten - gibt es ein paar de facto Wege, die von
niemand angelegt durch vielfältigen Tritt selbst entstanden
sind. So kann man nach wenigen Metern bereits den Forstweg
verlassen und einen Blick durch den Wald auf das imposante
Wieslaufviadukt und den Edenbachfall werfen. In einem
Naturschutzgebiet (Wegegebot) entspricht das sicherlich nicht der
reinen Lehre.
Wasserfälle an der Klingenmühle
Nach wenigen hundert Metern führt rechts ein schlammiger
Weg hinab zur Wieslauf. Hier beginnt der Bannwald (2) Schmalenberg, der
sich entlang der Wieslauf über die Strasse Welzheim -
Rudersberg bis hinauf zu Weiler Schmalenberg erstreckt. Der Weg
führt uns zur Klingenmühle
und zu zwei Wasserfällen.
Eingebettet im Grün des Waldes
liegt die Klingemühle
Vorbei an durch Winterschachtelhalm geprägten Flächen
erreichen wir bald die Klingenmühle - Es ist einer der
schönsten Anblicke die sich dem Wanderer auf dem
Mühlenwanderweg bietet, wenn die Klingenmühle eingebettet
im Grün des Waldes vor einem erscheint. Leider geht es ab hier
nicht weiter. Die ehemals bestehende Brücke wurde anno 2004
von Vandalen zerstört - wie im weiteren Wegverlauf
verschiedene andere. Anschließend wurde sie nicht repariert
sondern vollständig abgerissen.
Einer der schönsten
Wasserfälle im Naturpark ist der Wasserfall bei der
Klingemühle
Das ist schade, denn so bleibt uns zunächst nichts anderes
übrig als den gleichen Weg zurück zum Forstweg zu gehen.
Da aber der Wasserfall an der Klingenmühle einer der
schönsten im ganzen Schwäbisch Fränkischen Wald ist,
ist es auch hier nicht ausgeblieben, das sich Trittwege gebildet
haben, auf denen die Wanderer sich auf schlammig rutschigen
Untergrund bis zu dem Punkt durchhangeln an dem sie einen Blick auf
den Wasserfall werfen können.
Während sich der Edenbachfall und der Wasserfall an der
Laufenmühle an der harten Bank des Unteren Stubensandsteins
gebildet haben, ist bei der Klingenmühle der die im Vergleich
zu den Bunten Mergeln harte Schicht des Kieselsandsteins für
die Ausprägung der Wasserfälle verantwortlich.
Bannwald
Zurück auf dem Forstweg folgen wir ihm bis wir an eine
Kreuzung kommen. Wir wenden uns rechts. Rechter Hand hat sich ein
Zulauf der Wieslauf tief in das Gelände eingegraben und eine
steile Klinge gebildet. Wir befinden uns in der Forstabteilung
Himmelreich. Da wo der Himmel ist, da ist auch die Hölle meist
nicht fern und so biegen wir nach wenigen Metern an einer
Waldhütte wiederum nach rechts ab und wandern den steil hinab
zur Wieslauf führenden Pfad - dem Höllenrundweg.
Umgestürzte Bäume
gehören zum Bannwald
Ein Schild weist darauf hin, das wir uns in einem Bannwald
befinden. Schauen wir uns hier einmal etwas genauer um. Die
Handschrift der Natur ist noch nicht zu erkennen. Zunächst
sieht es wie jeder andere Wirtschaftswald. Ein monotoner
Fichtenwald mit schwachen bis mittelstarken Holz umgibt uns. Je
weiter wir allerdings hinabsteigen umso mehr bekommt man dann doch
eine leise Ahnung wie sich ein Wald entwickeln könnte, wenn
die Bewirtschaftung aufgegebne wird. Vereinzelt sind Bäume und
Bäumchen umgefallen und liegen unaufbereitet auf dem Waldboden
herum. Hier vereinzelt, dort ein paar mehr. Aber erst unten in der
Schlucht angekommen bekommen die Bäume langsam die Dimension,
die dem romantisch getrübten Bild des Wanderers von einem
Urwald entspricht. So manche mächtige Tanne steht entlang des
Baches - und wenn sie weder Sturm noch Mensch umwerfen, wird es
einst noch beeindruckender sein diesen Weg zu gehen - allerdings
eher für unsere Kinder und Enkel.
In der
Schlucht
Zerstörte Brücke über
die Wieslauf
An der Wieslauf angekommen haben wir zwei Möglichkeiten.
Wir können uns nach rechts wenden, werden aber gleich durch
ein Schild darauf hingewiesen, das wir das besser lassen sollten.
In der Tat - auch hier wüteten die bereits erwähnten
Vandalen und haben einer Brücke den Garaus gemacht. Repariert
wurde auch diese nicht, als jammervolle Ruine führt sie immer
noch über den Bach, ist aber nicht begehbar. Würde es
einen brauchbaren Weg über die Wieslauf geben, dann
könnte man sich den Wasserfall anschauen, und gleichzeitig
noch eine Schautafel des Geologischen Pfades Welzheim lesen, die
den geologischen Hintergrund des Wasserfalls genauer erklärt.
Aber so....
Gehen wir also sicherheitshalber wieder zurück. Und - an
dieser Stelle kommt Freude auf - tatsächlich es wurde sogar
eine Brücke repariert. Die Vandalen waren anno 2004 recht
fleißig, auch diese Brücke wurde von ihnen derart
gründlich demoliert, dass sie nicht begehbar war.
Holzplanken sichern zu rutschige
Wegstellen
Im weiteren Verlauf folgen wir einer wild romantischen Schlucht.
Der Weg ist schmal, häufig durch das an den steilen
Hängen austretende Wasser rutschig und der ein oder andere
umgekippte Baumstamm erschwert das Vorankommen. In einem Bannwald
ist das nicht ungewöhnlich und so erklärt sich auch die
deutliche Warnung, die wir zu Beginn des Einstiegs in die Schlucht
gelesen haben: Leben und Vergehen finden im Bannwald auf engstem
Raum statt. Für den Wanderer bedeutet das mitunter, dass er
durch umgestürzte Bäume in seinem Weg behindert wird.
Vegetationsfreier Prallhang in der
Wieslaufschlucht
Auch sollte man immer ein bisschen aufpassen, denn in einem der
Natur überlassenen Wald droht Gefahr meist von oben. Alte
Bäume tragen viele tote Äste oder sind mitunter im
Stammfußbereich so faul, das stärkere Winde zum
Abbrechen von Ästen oder im Extremfall auch zum Umstürzen
von Bäumen führen können.
Wenn wir die Schlucht verlassen, dann können wir wie in der
Wanderbeschreibung Wieslauf-Ebnisee
beschrieben, unseren Weg zum Strümpfelbachtal
fortsetzen.
|