![]() |
||
|
letzte Aktualisierung: 19.06.2010 Bannwald Steinhäusle Das Gebiet kann am
besten von einem Parkplatz hinter Kaisersbach aus erreicht werden.
Der Parkplatz der sich anbietet, liegt nur unweit der Grenzen des
Bannwaldes.Fahren Sie von Kaisersbach aus kommend die L 1150 Richtung Fornsbach. Die Wanderung durch den Bannwald ist von dem ersten Parkplatz auf der linken Seite aus beschrieben. >>> Karte Fast vier Jahrzehnte schon ist das Waldgebiet rund um die Felsenformation Steinhäusle als Bannwald ausgewiesen. Seit 1970 ruht auf knapp 21 Hektar die forstliche Bewirtschaftung Die Galerie Bannwald Steinhäusle vermittelt Ihnen einen guten Eindruck über das Gebiet.
Umgestürztes Schild im Bannwald Steinhäusle Zunächst fällt das Gelände von der Verebnung um Kaisersbach sanft Richtung Murr ab. Folgt man der Verbindungsstraße zum Weiler Bruch, dann kreuzt bald der Schlittenweg, der durch den Bannwald führt. Der Schlittenweg hat an dieser Stelle sicherlich schon bessere Zeiten gesehen, denn hier ist er nur ein etwas breiterer unbefestigter Weg, der bereits mehr oder weniger stark bewachsen ist. Wir biegen also rechts in den Schlittenweg ab und schon bald entspricht der erste Eindruck höchstwahrscheinlich den Erwartungen, die sich in einem aufbauen, wenn man an einen Bannwald denkt: umgefallene Bäume, Leben und Vergehen in enger Verzahnung, urwaldartiges Mosaik unterschiedlicher Alterstrukturen. Der Bannwald ist gleichzeitig auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bezeichnend ist, das das Naturschutzgebietsschild unter einem Baum begraben liegt, wie um zu beweisen, das hier wirklich alles völlig unbeeinflußt von Menschenhand ist.
Schlecht passierbarer Weg im Bannwald Steinhäusle Die natürliche Waldgesellschaft in diesem Gebiet ist der Buchen Tannenwald. Das die Fichte der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft ist und war, das lässt sich hier gut beobachten. Der ebene Weg, dem wir folgen und bei dem wir immer wieder über einzelne Baumstämme klettern müssen, durchquert primär unterschiedlich alte Fichtenbestände. Die älteren sind zum Teil in Auflösung begriffen, die jüngeren differenzieren sich auf natürliche Weise aus, so das zwischen den noch schwachen und jungen Fichten Unmengen dürrer Gerippe umgefallener Fichten liegen. Das entspricht weniger dem romantischen Bild eines Urwaldes und sieht mehr nach Chaos aus.Fast möchte man sagen: „Räumt doch mal auf“.
Sich ausdifferenzierendes Fichten Gestänge Ganz anders wirken da die oberhalb des Weges umgefallenen älteren Fichten. Ihr Tod wirkt würdevoller, majestätisch wäre das falsche Wort, denn an richtig alten, mächtigen Bäumen lebend oder tot herrscht noch Mangelware. Nach einiger Zeit stößt der Weg auf eine geschotterte Forststraße. Auf diese biegen wir links Richtung Tal ab. Der Weg bildet gleichzeitig auch die östliche Grenze des Bannwaldes. Laut Karte des Landesvermessungsamtes durchquert ein weiterer Weg den Bannwald. Allerdings bedarf es etwas Phantasie, diesen zu entdecken und lange genug auf ihm auszuharren, um sich die Grotten und den Wasserfall des Steinhäusles anzuschauen.
Wurzelteller einer im Sturm geworfenen Fichte Der Weg ähnelt einer Rückegasse – was er aber nicht sein kann, da die Bewirtschaftung des Waldes ruht. Folgt man dem Weg auf die Tannendickung zu, ignoriert dabei seine Zweifel, ob es sich denn hier wirklich um einen Weg handelt, kämpft ein paar Brombeeren nieder und sackt bei schlammigen Verhältnissen knöcheltief ein, dann stellt sich bald heraus, das tatsächlich ein Weg vorhanden ist. Einige hundert Meter später findet man sogar an einer den Hang hinaufführenden Stelle eingebaute Stufen. Das Erscheinungsbild des Waldes hat sich grundlegend
geändert. Nun sieht der Wald nicht mehr urwaldartig aus.
Stattdessen durchwandern wir einen hallenartigen mittelalten
Buchenbestand, der sich in der Schlußwaldphase
befindet. Eine hallenartige Struktur ist für
Buchenbestände allerdings kennzeichnend. Unabhängig ob es
sich um einen bewirtschafteten oder wie hier unbewirtschafteten
Wald handelt. Sie wird sich auch über einen sehr langen
Zeitraum nicht ändern. Die Buche ist eine Baumart, die
aufgrund des intensiven Schattens den sie wirft, kaum Vegetation
unter sich zulässt. Die Bestände weisen zwar im
Frühjahr vor dem Laubaustrieb eine reiche Bodenvegetation auf,
allerdings wird ein Buchenwald keine plenterartige Struktur
entwickeln, also kleinflächig aus Individuen unterschiedlichen
Alters und unterschiedlicher Höhe bestehen. Da die Buchenkrone
bis ins hohe Alter noch plastisch reagiert, werden Lücken im
Bestandesdach häufig schnell geschlossen. Fällt oder
stirbt also ein Baum aus der herrschenden Schicht, dann verbleibt
meist nicht lange genug ein Lücke im Bestandesdach in deren
Lichtkegel sich junge Bäume nach oben kämpfen
können. Das Steinhäusle
Das Steinhäusle Der namensgebende Höhepunkt des Bannwaldes ist das
Steinhäusle. Betrachtet man die Grotte ist der Grund für
die Namensgebung unschwer zu erkennen. Das Felsenlabyrinth der
schluchtartigen Einkerbung wird gebildet aus den harten
Gesteinsschichten des Stubensandsteins. Die weicheren Materialien
sind ausgeräumt worden und übrig blieb eine viele Meter
abfallende steile Klinge, wo der Pfaffenbach sein Werk verrichtet
hat und heute noch über einen kleinen Wasserfall Richtung
Mettelberger Sägmühle fließt. |
Aus dieser Rubrik
Wandern im Südwesten
Schwäbisch-Fränkischer Wald
Der Südwesten in Bildern
Stromberg-Heuchelberg
Schwäbisch-Fränkischer Wald
Die Natur im Südwesten
Wald
|
|
|
Copyright 2008 - 2012 by Marko Leson |
||