Die Limburg bei Weilheim


Letzte Aktualisierung: 26.02.2012

Einsam steht die Limburg vor dem Albtrauf, markant und unverwechselbar in ihrer Erscheinung. Ihr kegelförmiger Umriss, ihr kahler Kopf und ihr der darunter liegende dunkelgrüne Kragen aus Obstwiesen und Wald machen den Berg zu einer charakteristischen Erscheinung im Albvorland.

Die Limburg bei Weilheim
Die Limburg bei Weilheim

Nach oben Die Limburg

Einsam steht die Limburg vor dem Albtrauf, markant und unverwechselbar in ihrer Erscheinung. Ihr kegelförmiger Umriss, ihr kahler Kopf und ihr der darunter liegende dunkelgrüne Kragen aus Obstwiesen und Wald machen den Berg zu einer charakteristischen Erscheinung im Albvorland. Wie bei einer glatzköpfigen Zeichentrickfigur bei der ein verbliebenes Haarbüschelchen von der einstigen Pracht erzählt, erheben sich deutlich über die Shilouette des Berges einige wenige solitäre Bäume, die dem Berg sein unverkennbares Äußeres geben.

Die Limburg verdankt ihre Entstehung der Tätigkeit des Schwäbischen Vulkans. Der Vulkanschlot der Limburg erwies sich als widerstandsfähiger als das umliegende Gestein und so als Ergebnis der Erosion der Kegel der Limburg zurück.

Nach oben Bewirtschaftung

Die kahle Kuppe ist die Folge der jahrhundertelangen Bewirtschaftung durch Schafe. Überraschender Weise stellen die sich anschließenden Obstwiesen gar nicht mal die älteste Bewirtschaftungsform da. Nein, Weinbau wurde jahrhundertelang hier betrieben und erst als dieser sich nicht mehr rentierte übernahmen Obstwiesen die Flächen. Seit dem 17. Jahrhundert wird diese Art der Landnutzung zurückgedrängt. An der Südseite des Berges kann man allerdings heute noch eine Handvoll bewirtschafteter Reben finden.

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Nach obenStreuobstwiesen

Zu den Füßen der Limburg erstrecken sich weite Obstwiesen. Ehrwürdige alte Bäume von beträchtlichem Stammumfang wechseln sich ab mit jungen und noch schlanken Bäumchen. Das reichhaltige Mosaik wird unterbrochen durch den ein oder anderen Strauch und – man mag es kaum glauben - durch eine Handvoll Reben. An der Limburg wird der Neuffener Täleswein gekeltert.

Die Wiesen werden extensiv bewirtschaftet. Zwar wird das ein oder andere Stückle zum Teil sehr früh und oft im Jahr gemäht, es finden sich auch ein paar Bänke, Hütten und ab und an sieht man eine Feuerstelle mit einem aufgebauten Zelt nebendran – doch im Großen und Ganzen ist die Natur hier noch in Ordnung. Die Freizeitnutzung hat noch nicht zu stark um sich gegriffen. Ein Spaziergang durch die Obstwiesen rund um die Limburg bringt daher Naturgenuß und Erholung pur.

Streuobstwiese
Auch Streuobstwiesen müssen gemäht werden

So kann es nicht ausbleiben, das auch die Vogelwelt die Weilheimer Obstwiesen reichlich als passenden Lebensraum frequentiert. Halsbandschnäpper und Wendehals kommen hier vor. Aber auch weniger seltene Vögel finden sich in überwältigendem Artenreichtum. So tummeln sich beispielsweise Stieglitz, Hänfling, Gartenrotschwanz, Goldammer und viele andere zwischen den Obstbäumen. Wer mit wenig Aufwand möglichst viele Vogelarten kennen lernen oder beobachten möchte, dem sei ein Besuch dieses Gebiets ans Herz gelegt. Dem Vogelkundlich interessierten kann bei einer Wanderung in diesem Gebiet daher schnell das Herz höher schlagen.

Nach oben Obstblüte

Im April ist es endlich so weit. Rund um die Limburg erstrahlen die Obstbäume in ihrer vollen Pracht. Das Weiß der Kirschen blüht um die Wette mit dem eingesprengten leichten Rotton der Apfelbäume.

Die Obstblüte ist die Zeit, die man auf keinen Fall verpassen darf. Diese wenigen Wochen im Jahr machen die Gegend um Weilheim zu einem gigantischen Natur- oder besser gesagt Kulturlandschafterlebnis. An einem schönen Tag kontrastiert das strahlende Weiß manch eines mächtigen Birnbaums mit dem tiefblauem Himmel, das es dem Betrachter die Sprache verschlägt. Die Sinfonie der laut schmetternden Vogelstimmen, der wie um die Wette vorgetragene Gesang der balzenden Singvögel untermalt das Landschaftsgemälde, das sich vor einem ausbreitet. Die atemberaubende Schönheit der Landschaft sucht ihresgleichen.

    Video: Phantastische Obstblüte bei Weilheim      

Nach oben Kirschblütentag in Weilheim

Wer dieses einmaliges Naturerlebnis eher in Ruhe genießen möchte, der sollte den Kirschblütentag in Weilheim meiden wie der Teufel das Weihwasser. Wer das Pech hat versehentlich an diesem Tag an der Limburg vorbeizuschauen, der wird seine Unwissenheit über dieses Marketing Ereignis ziemlich bedauern. Einer Völkerwanderung gleich schieben sich die Besucher durch die Streuobstwiesen und krabbeln den Berg hinauf. Laute Gesprächsfetzen, Gelächter und Geschrei, die der Wind in den letzten Winkel trägt, gar gemischt mit von irgendwoher aufspielender bayrischer Volksmusik (so geschehen anno 2011), trüben den Genuß.

Wen das nicht stört, der kann an diesem Tag auf verschiedene Angebote des Stadtmarketing Weilheim-Teck e.V. zurückgreifen (1).

Nach oben Der Gipfel

Entscheidet man sich den Berg hinaufzulaufen, so geht das ornithologische fließend in das botanische Staunen über. Dort wo sich die grasbewachsenen Heideflächen befinden, ist die Heimat einer vielfältigen Orchideenflora. Hummel-Ragwurz und Mücken-Händelwurz kommen hier genauso vor wie laut (2) beispielsweise das Stattliche Knabenkraut, Fransen- und Deutscher Enzian.

Auf dem Gipfel kann man eine hervorragende Aussicht genießen. Von Osten wandert der Blick von der Teck zum Breitenstein. Die Horizontlinie des Albtraufs weist etwas weiter eine Ausbuchtung auf – hier befindet sich das berühmte Randecker Maar. Es folgt das Neidlinger Tal, das man mehr erahnen kann – ebenfalls ein Gebiet, das geprägt ist durch Obstwiesen und reichhaltige Magerrasen. Schließlich sieht man noch die spitze Erscheinung des Erkenbergs, der sich ebenfalls deutlich von der Trauflinie abhebt.

Nach oben Ehemalige Burg

Auf dem 598 Meter hohen Berg hat der Zähringer „Berthold mit dem Bart“ um 1050 eine Burg erbauen lassen, die den gesamten Gipfelbereich eingenommen hat. Eine Tafel weist darauf hin, mehr sieht man allerdings nicht, die Natur hat vorhandene Reste wieder verschluckt.

Nach oben Wanderungen im Gebiet

An der Limburg startet auch eine Wanderung, die durch die Obstwiesen auf den Gipfel der Limburg hin zum Zipfelbachtal führt.


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