Bodenbachschlucht und Tobelschlucht bei Wüstenrot, Vorderbüchelberg


Letzte Aktualisierung: 31.01.2019

In den Löwensteiner Bergen befinden sich wilde Klingen: die Bodenbachschlucht und die Tobelschlucht. Erstere ist Naturschutzgebiet und Letztere hat - wegen ihrer geringeren Ausdehnung - den Status eines Naturdenkmals. Während die Bodenbachschlucht tief und steil eingeschnitten ist, beeindruckt die Tobelschlucht mit dem Hohlen Stein durch steile Felsformationen.

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Beeindruckende Felsformationen in der Tobelschlucht: durch diese Engstelle muss man gehen, um die Schlucht zu durchwandern und zum Hohlen Stein zu gelangen.

Durch zwei imposante Klingen zum Hohlen Stein

Durch beide Gebiete führt ein Pfad, sodass man sie problemlos begehen kann. Erreichbar sind die Schutzgebiete vom Parkplatz Seewiesen bei Vorderbüchelberg.

Nach obenDie Bodenbachschlucht

Die Bodenbachschlucht ist leicht zu finden. Am Parkplatz Seewiesen weist bereits ein Schild deutlich auf die Schlucht hin. Die Bezeichnung Schlucht ist ein wenig übertrieben. Vielmehr handelt es sich um eine tief eingeschnittene Klinge mit sehr steilen Hängen und einem nur schmalen Talgrund. Im oberen Bereich der Schlucht befinden sich etliche felsige Sandsteinformationen, die im weiteren Verlauf abnehmen und nicht mehr so deutlich hervortreten. Da wo die Erosion im Laufe der Zeit ihr Werk getan hat, stürzten Felsbrocken Richtung Klingengrund.

Bodenbachschlucht
Pfad durch die Bodenbachschlucht.

Oberhalb der Klinge führt verläft ein Pfad. Der Pfad führt dabei nicht ständig an der Abbruchkante entlang, sondern meist mehrere Meter von dieser entfernt. Daher sieht man nicht immer so genau, was sich direkt unter einem abspielt. Man blickt erst durch ein paar Meter Wald gefolgt von viel „Luft“ und sieht schließlich den nicht minder steilen Gegenhang. Zwischen dem vielen den Boden deckenden Laub der Buchen schaut ab und an der ein oder andere Felsbrocken oder das ein oder andere Felsband hervor.

Je weiter man in die Bodenbachschlucht vordringt, umso mehr führt der Pfad Richtung Talgrund. Im Talgrund selbst geht das braune Einerlei des abgefallenen Buchenlaubs in das Grün der bachbegleitenden Vegetation über. Je mehr grün man sieht, umso mehr nähert man sich dem Ende der Schlucht.

Nach obenKarte: Tobelschlucht und Bodenbachschlucht

Nach obenDurch die Tobelschlucht zum Hohlen Stein

Nachdem man die Bodenbachschlucht durchwandert hat, erreicht man einen Forstweg und biegt nach links ab. Kurz darauf weist ein Schild auf die Tobelschlucht hin.

Bald wandert man auf einem schmalen Pfad entlang eines Baches und schon drängt sich einem der Eindruck auf, sich wirklich in einer Schlucht zu befinden. Die Tobelschlucht ist nicht ganz so tief eingeschnitten wie die Bodenbachschlucht, dafür ist sie um einiges wilder und rauer. Im Gegensatz zur Bodenbachschlucht durchwandert man das Gebiet am Talgrund der Klinge. Die zunächst noch recht moderaten Hänge links und rechts werden schnell immer höher. Bald wandert man nur noch auf einem schmalen Pfad entlang eines Baches und schon drängt sich einem der Eindruck auf, sich wirklich in einer Schlucht zu befinden. Schließlich kommt man zum „Tor“ der Tobelschlucht. An einer kurvigen Stelle erheben sich zu beiden Seiten etliche Meter hohe Felswände und bilden einen nur schmalen Durchgang. Hat man diesen durchschritten, folgt man dem Bächlein weiter bergauf. Immer wieder schauen dabei Felsbrocken aus den steilen Hängen heraus.

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In der Folge endet die Schlucht an einen Forstweg. Auf der gegenüberliegenden Seite des Forstweges kann man dem Pfad weiter folgen und erreicht kurz darauf den Hohlen Stein. Der Hohle Stein ist eine recht imposante Erscheinung. Mehrere Meter hoch und etliche Meter breit wurde die Wand von unten her ausgespült, sodass sich ein beeindruckender Überhang gebildet hat. An seinem linken Ende erhebt sich eine Steilwand, die von einem dicken herabhängenden Moospolster bedeckt ist. Mit Wasser voll gesogen, glänzt es in der Sonne. Wassertropfen speisen ein kleines Rinnsaal, das zur Tobelschlucht hin abfließt. Es ist sogar möglich, dass das Rinnsaal sich zu einem kleinen Wasserfall entwickelt.

Ein mit Stufen gesicherter Pfad führt dann steil am Hohlen Stein vorbei. Über ihn erreicht man einen von Sandsteinfelsen gebildeten Kessel. An dessen Ende erhebt sich eine Sandsteinwand, die ausschaut, als wären einzelne Quader mehr schlecht als recht übereinandergestapelt worden. So schlecht allerdings, das einzelne Teile rausgebrochen und wieder runtergepurzelt sind, und dabei höhlenartige Nischen hinterlassen haben. Auffallend ist, das viele dieser Sandsteinfelsen ähnlich dem Hohlen Stein von unten unterhöhlt wurden. Das Video gibt einen guten Eindruck von der Tobelschlucht.

Über einen kleinen Pfad kann man den Kessel wieder verlassen.

Video: Die Tobelschlucht bei Wüstenrot (Löwensteiner Berge)

Nach obenRundweg: Vom Parkplatz Seewiesen durch die Bodenbach- zur Tobelschlucht

Bodenbachschlucht, Tobelschlucht und Hohler Stein sind bequem vom Parkplatz Seewiesen bei Vorderbüchelberg aus zu erreichen. Wenn man nicht vor und zurück gehen möchte, dann hat man verschiedene Möglichkeiten.

Entweder man wandert den kleinen Pfad am Ende des Kessels hinauf und erreicht so eine Grillstelle an einem kleinen Sträßchen. Wendet man sich hier nach links, dann dauert es nicht lange, bis man den Parkplatz Seewiesen wieder erreicht. Da kaum Verkehr auf dem Sträßchen ist, kann man das problemlos so tun. Eine andere Möglichkeit ist, aus dem Kessel zurück zum Hohlen Stein zu gehen und an dem kreuzenden Forstweg rechts abzubiegen. Kurz vor dem Parkplatz Seewiesen erreicht der Weg ebenfalls das bereits oben erwähnte kleine Sträßchen.

Nach obenWeitere Wanderungen durch die Bodenbach- und Tobelschlucht

Eine weitere Möglichkeit beide Klingen zu erkunden ist die Wanderung Von der Pfaffenklinge zur Tobelschlucht zu gehen. Die Wanderbeschreibung startet am Parkplatz Silberstollen bei Wüstenrot. Die etwas mehr wie 17 km lange Wanderung führt durch die Tobelschlucht und die Bodenbachschlucht.

Hohler Stein bei Wüstenrot
Der Hohle Stein.

Oder die Rundwanderung Von Spiegelberg-Dauernberg zur Tobelschlucht, die ebenfalls durch die Tobelschlucht führt. Hier ist der Beginn im Weiler Dauernberg und führt abwechslungsreich durch viel Wald und Wiesenlandschaft– zur Tobelschlucht. Mit rund 15½ km eine etwas kürzere Wanderung. Für die Bodenbachschlucht müsste man dann einen Abstecher gehen, der ist aber aufgrund der deutlichen Hinweisschilder nicht zu übersehen.

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