Naturgewaltenwanderung bei Baiersbronn


Letzte Aktualisierung: 03.09.2016

Die knapp 16 km lange Wanderung bei Mitteltal führt meist über breite Forstwege durch das Böse und das Gute Ellbachtal zum Ellbachsee. Über weite Strecken sieht man heute noch die Spuren des verheerenden Sturms Lothar. Der Sturm hatte bei etlichen Hängen zu massiven Sturmwurf geführt, so dass man vielfach nicht durch einen geschlossenen Hochwald sondern durch Jungbestände wandert. Im Hochsommer ist Schatten daher rar. Der Wegverlauf ist weitgehend gut beschildert. Die Anstiege sind auf den breiten Forstwegen gut zu bewältigen, gerade darin besteht aber auch die Schwäche der Tour: es fehlen die schmalen Pfade, die einer Wanderung den besonderen Reiz verleihen. Gerne würde man mehr Anstrengung in Kauf nehmen, wäre der Wegverlauf etwas spannender.

Länge: 15,7 km
Start: Parkplatz unweit der Touristeninformation in Mitteltal an der L401 (Ruhesteinstraße)
Böser Ellbach
Durch das Einbauen von Stufen in den Bösen Ellbach wird dem Wasser Kraft genommen.
Die Detailbeschreibung, die Sie als PDF im Downloadbereich herunterladen können, beinhaltet eine genaue Beschreibung mit einer Streckenangabe in Meter von Wegpunkt zu Wegpunkt. Die Wegpunkte finden Sie vermarkt auf der Karte zur Wanderung.

Wanderbeschreibung

Die Naturgewaltentour ist eine von mehreren Touren, die von Baiersbronn unter der Bezeichnung Himmelswege (1) vermarktet werden.

Die Wanderung startet am Parkplatz in Mitteltal (Wegpunkt 0) in der Nähe der Touristinformation. Zunächst wandert man die Ellbachstraße entlang und überquert die Murg. Danach geht es noch eine Weile durch den Ort über Teerstäßchen und kleinen Weilern mit Blick in das Ellbachtal (Wegpunkt 1–5).

Der Böse Ellbach

Hat man die Grenze zum Nationalpark erreicht, biegt man links ab (Wegpunkt 6) und wandert am direkt Bösen Ellbach entlang. Ein Blick in den Bachverlauf lohnt sich. Alle paar Meter sind künstliche Stufen eingebaut, über die das Wasser kaskadenartig fließt. Zu dem Zeitpunkt, als ich die Wanderung gemacht habe, war der Bach ein besseres Rinnsaal. Doch zu einem späteren Zeitpunkt der Wanderung klärt eine Informationstafel mit einem beeindruckenden Schwarz Weiß Foto darüber auf, wie der Bach zu seinem Namen kam. Was im Hochsommer harmlos aussieht, kann bei entsprechenden Regenfällen zu einer immensen Menge Wasser werden. Der Böse Ellbach hat in der Vergangenheit schon manch verheerendes Hochwasser geführt und beträchtlichen Schaden angerichtet. Um das starke Gefälle und damit die Wasserwucht des Baches bei Hochwasser zu vermindern, wurde er verbaut. Was als idyllische Kleinwasserfälle daherkommt, ist in Wahrheit eine Hochwassersicherungsmaßnahme. Der unweit fließende Gute Ellbach an dem man im zweiten Teil der Wanderung vorbeikommt, ist, wie der Name verrät, gutmütiger. Die Erklärung dafür liefert die Tafel: der Böse Ellbach hat ein stärkeres Gefälle, ist kürzer und führt aufgrund seiner Nähe „zum niederschlagsreichen Schwarzwaldkamm mehr Wasser“ (2).

Für eine Weile wandert man noch durch einen fichtenreichen Hochwald, doch bald schon ist es mit der schattigen Waldherrlichkeit vorbei und der breite Forstweg führt an einem Hang mit einem nur wenige Meter hohen Fichtenjungbestand vorbei. Kontinuierlich geht es bergauf. An der Böselbachhütte kann man links in einen Erdweg abbiegen (Wegpunkt 7), der zu einem schmalen Pfad wird und zum Sauerbrunnen führt. Für einen Moment denkt man, damit ist die lange Hadsch über Forstwege beendet, doch leider weit gefehlt. Der etwas anstrengend bergauf führende Pfad endet bald an einem Forstweg (Wegpunkt 8). Von nun an wandert man über lange Zeit ausschließlich auf geschotterten Forststraßen - böse Zungen sagen dazu Waldautobahn.

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Orkan Lothar

Das Lothar (3) in der Gegend ordentlich gewütet hat, erkennt man allein daran, dass man durch einen Jungbestand nach dem nächsten wandert (Wegpunkt 9–13). Nicht zuletzt aber auch an dem übermannshohen steinernen Denkmal, das an den katastrophalen Tag am 26.12.1999 erinnert.

Kurz nach dem Schanzbrunnen (Wegpunkt 14) biegt man dann endlich in einen „ richtigen“ Wald ein (Wegpunkt 15). Mächtige Douglasien stehen am Wegrand und beeindrucken den Wanderer. Schließlich kommt man am Rosshimmelwasserfall vorbei. Nach einer längeren Trockenperiode plätschert das Wasser allerdings eher etwas verschämt über die Karwand.

Ellbachsee

Nachdem man dann noch eine Weile weiter gewandert ist, erreicht man den Ellbachsee (Wegpunkt 16–17). Idyllisch gelegen und nach etwas mehr als der Hälfte der Strecke eignet sich der See gut für eine längere Pause. Einen Rundweg gibt es nicht. Genauer gesagt verhindert ein mit Flatterband abgesperrter Bereich, dass man den See weiter erkundet. Hintergrund ist eine Naturschutzmaßnahme, bei der „einige Fichten entfernt [wurden], zum einen um das Laubholz zu fördern, zum anderen, um wieder Licht und Luft zur Erneuerung der typischen Hochmoorpflanzengesellschaften zu schaffen und die Seefläche zu erhalten“ (4). Diese Fläche sollte daher nicht betreten werden.

Ellbachtanne

Nun geht es wie gehabt weiter (Wegpunkt 18–25). Bevor man den Guten Ellbach erreicht und an seinem Bachlauf entlang wandert, kommt man noch mitten auf einer ehemaligen Sturmwurffläche an der Ellbachtanne vorbei, die erfolgreich dem Sturm getrotzt hat. Einen beeindruckenden Anblick bietet dieser gewaltige Baum. Die mehr wie 270 Jahre alte Tanne mit über 45 m Höhe zeigt, welch eindrucksvolle Baumgestalten im Schwarzwald wachsen können.

Die Wanderung führt im Anschluss noch an einem Rotwildgehege vorbei, verlässt dann bald darauf den Wald und erreicht wieder Mitteltal.

Fazit

Folgen

Thematisch sicherlich eine interessante Wanderung. Wer Lothar nicht selbst erlebt hat und weiß, wie es damals im Schwarzwald aussah, bekommt vielleicht ein grobes Bild, wie viele Hänge seinerzeit abgedeckt wurden und welche immense Bedeutung dieses Ereignis für den Wald hatte. Auch die Hintergrundinformation zum Bösen und Guten Ellbach ist eigentlich spannend, besonders für all diejenigen, die fern jeder Gefährdung durch Naturgewalten leben. Allein: wer sich für den thematischen Hintergrund nicht erwärmen kann, der wird möglicherweise wenig begeistert sein. Wer gerne bequem auf Forstwegen unterwegs ist, für den ist die Wanderung OK, wer es aber vorzieht nennenswerte Anteile des Weges auf naturbelassenen Wegen oder Pfaden zurück zu legen, der kann sich die Wanderung sparen. Im Wanderhimmel ist man mit der Naturgewaltentour bestimmt nicht angekommen.

Bild
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Nach obenQuellen und weiterführende Links

Nach oben (1) http://www.Baiersbronn.de– Himmelswege >>> Zuletzt besucht: 03.09.2016
Nach oben (2)Tafel 23 des Lehrpfades 'Quellen und Parzellen', 03.09.2016
Nach oben (3) https://de.wikipedia.org– Orkan Lothar >>> Zuletzt besucht: 03.09.2016
Nach oben (4) Informationsblatt an der Absperrung, 03.09.2016

Nach obenDownload: GPS und Wanderbeschreibung

Haftungsausschluss:
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Beachten Sie bitte auch die allgemeinen Hinweise zu den GPS Dateien.
Auszug aus der Detailbeschreibung:
Weg-
punkt
Etappen-
länge
Gesamt-
länge
Beschreibung
0 400 m Start Vom Parkplatz am Spielplatz sich links wenden und Richtung Wald gehen.
0 170 m Start Vom Parkplatz aus links wenden und dem Wanderzeichen Blaue Raute folgen.
1 200 m 0,17 km Nach der Brücke über die Murg rechts bergauf gehen Richtung Steinbruchfelsen, Schramberg. Wanderzeichen Gelbe Raute.
2 220 m 0,37 km Nachdem man den Ort verlassen hat, macht der geteerte Weg eine Linkskurve. Links-geradeaus weitergehen und dem Schotterweg folgen. Wanderzeichen Gelbe Raute, Richtung Hintere Breitmiss.
3 870 m 0,59 km Der Weg gabelt sich am Waldrand. Rechts in den Wald gehen. Wanderzeichen Gelbe Raute. Im Folgenden alle Abzweige ignorieren.
...
Download: gpx Datei, gezippt
Download: Wanderbeschreibung, PDF
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