Wandern mit Hund


letzte Aktualisierung: 13.07.2019

Die Rubrik "Wandern mit Hund" habe ich im Juli 2019 eingefügt. Sie soll zu jeder Wanderung eine kurze Übersicht geben, ob es irgendetwas zu beachten geben könnte. Im Regelfall ist das nicht so und man kann seinen Hund problemlos mitnehmen. In diesem Artikel stelle ich den "Referenzhund" vor – nämlich meinen – auf den sich alle Ausführungen beziehen und philosophiere noch allgemein über das Wandern mit Hund.

Der Referenzhund.
Der Referenzhund: Eine Chesapeake Bay Retriever Dame.

Mein Hund ist eine Chesapeake Bay Retriever Hündin und begleitet mich seit nunmehr einem Jahrzehnt. Sie ist eine rund 32 kg schwere, mehr wie 60 cm Schulterhöhe große Hündin, die zu ihren besten Zeiten problemlos über 20 km am Tage mehrere Tage am Stück gehen konnte.

Bei allen Ausführungen, die ich zur Tauglichkeit einer Wanderung mache, beziehe ich mich schlussendlich auf sie. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass jemand der seinen Hund mit auf eine Wanderung nimmt, dies nicht zum ersten Mal tut und der Hund daher die Distanz der Wanderung per Definition schaffen und der Hundeführer seinen Hund korrekt einschätzen kann. Einen untrainierten oder zu jungen oder zu alten Hund mitzunehmen wird einem erfahrenen Hundehalter sicherlich auch nicht passieren.

Ich kenne allerdings weder besonders kleine Hunde (Kategorie Dackel) noch besonders große oder schwere Hunde (Kategorie Bernhardiner). Aus diesem Grund kann ich auch nicht sagen, ob es für diese Hunde etwas besonderes zu beachten gibt.

Der Referenzhund.
Immer geradeaus!

Die Rubrik Wandern mit Hund beschreibt daher nur ein paar Spezifika der Wanderung, die für die Vorbereitung interessant sein könnten.

Allgemeine Gedanken

Eigentlich kann ich zu dem Thema nicht viel sagen, was einem nicht von alleine einfallen könnte. Das ein Hund prädestiniert ist auf eine Wanderung mit zu kommen, versteht sich von alleine. Viel beachten muss man nicht. Ein paar wenige Anmerkungen möchte ich aber doch machen, die vielleicht für unerfahrene Hundeführer interessant sein könnten.

Zunächst: Grundsätzlich kann so ziemlich jede Wanderung, die Sie auf www.schoener-suedwesten.de finden mit einem Hund unternommen werden. Ich mache es schließlich auch, und habe nie darüber nachgedacht, ob ich meinen Hund mitnehmen sollte oder nicht. Die Frage hat sich mir einfach nie gestellt.

Wer alpin wandern möchte, sollte es sich aber im Vorfeld genauer überlegen, denn im richtig felsigem Gelände, wo man auch schon mal die Hände zu Hilfe nehmen muss, kann man an Stellen kommen, die vom Hund nicht mehr bewältigt werden können. Dabei können nicht nur Felsen ein Problem darstellen, sondern auch eingezäunte Almen, bei denen man über einen kleinen Zaun klettern muss, um auf der anderen Seite weiter zu kommen. Das kann durchaus zu einem Problem werden, insbesondere wenn man einen größeren und schweren Hund hat, den man nicht so einfach hinübergewuppt bekommt. Auf alpine "Sonderfälle" wie Gefahren durch Kühe oder Herdenschutzhunde gehe ich hier nicht ein, weil - zumindest aktuell - solche Probleme bei den hier beschriebenen Wanderungen nicht vorkommen.

Der Referenzhund.
Auf der Alb.

Grundsätzlich sind Hunde wie Menschen: wenn der Hund die meiste Zeit des Tages keine Bewegung hat, dann wird ihn natürlich eine plötzlich durchgeführte Wanderung überlasten. Ein Hund kann eine enorme Kondition haben – genau wie ein Mensch – muß er aber nicht. Merke: Von nix kommt auch nix. Ich gehe davon aus, dass ein verantwortlicher Hundeführer seinen Hund einschätzen kann. Wenn Sie also Ihren Hund nur zum Gassi gehen ausführen, dann sollten sie nicht plötzlich Ehrgeiz entwickeln und eine lange Wanderung unternehmen. Sollte Ihr Hund zu den glücklichen Exemplaren gehören, der wöchentlich seine 40 – 50 oder mehr Kilometer geht, dann wird er voraussichtlich auch eine längere Wanderung schaffen.

Gerade bei einem jungen Hund kann es anfangs sein, dass man seine Kondition falsch einschätzt. Richtig junge Hunde sollten allerdings sowieso noch nicht auf langen Wanderungen mitgenommen werden. Wer sich einen Hund als Welpen neu angeschafft hat, sollte im Zweifel bei seinem Züchter oder Tierarzt nachfragen, wann sein Hund ausgewachsen ist und er ihn körperlich stärker belasten kann. Meine Dame war ein Jahr alt, als sie das erste mal mitdurfte. Um HD Probleme zu vermeiden, hatte man mir damals empfohlen, den Hund im ersten Jahr nur schonend zu belasten. Wenn man dann beginnt, seinen Hund mitzunehmen, muss man die Kondition natürlich erst allmählich aufbauen und nicht gleich eine 20 km Wanderung starten.

Der Referenzhund.
Nach dem Schwimmen.

Auch alte Hunde kann man überlasten. Doch mit den Jahren merkt man von alleine, dass der Hund langsamer wird. Zottelt er irgendwann nur noch hinterher, passt man ganz automatisch die Entfernungen an und aus Wanderungen werden irgendwann Spaziergänge.

Hitze ist ein reales Problem. Im Hochsommer kann so mancher Hund sich was besseres vorstellen, als mit Ihnen zu wandern. Sie sollten das vielleicht auch. Nur weil es warm ist, muss man nicht zu Hause bleiben, wenn es heiß ist aber schon. Meine Dame fängt recht schnell mit Schattenrennen an. Will sagen: Bloß schnell aus der Sonne kommen und fix von einem schattenspendenden Baum zum nächsten rennen. Mit der Zeit entwickelt man allerdings ein Gefühl, wann es zu warm für den Hund ist und wann es noch geht. Sinnvollerweise hat man immer genug Wasser für den Hund dabei. Für meinen Hund nehme ich im Zweifel immer mindestens einen Liter zum saufen mit.

So, mehr fällt mir nicht ein. Daher nur noch eins:

Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Hund und viel Spaß beim Wandern!