|
letzte Aktualisierung: 20.02.2010
Waldland
Baden-Württemberg
Rheinland-Pfalz und Hessen sind die einzigen Bundesländer,
die einen höheren Waldanteil aufweisen als
Baden-Württemberg. Auf rund 13.600 km2 wächst
Wald im Südwesten, das sind ca. 38% der Landesfläche.
Eine sehr hohe Walddichte finden wir im Nordschwarzwald und im
Naturpark
Schwäbisch Fränkischer Wald. Im Naturpark Schwarzwald
Mitte/Nord (1) sind 2/3 der Fläche bewaldet, manche
Gemeinde kommt sogar auf einen Waldanteil von 90%. Auch der
Naturpark Schwäbisch Fränkischer Wald (2) hat mit 53%
Waldanteil eine sehr hohe Walddichte.
Zum Vergleich: Der Landkreis Ludwigsburg (3) ist der
waldärmste Landkreis im Land mit gerade mal 18,5 %
Waldanteil.
Waldbesitz in
Baden-Württemberg
Wem gehört nun der
Wald? Die nebenstehende Grafik basiert auf den Daten der 2.
Bundeswaldinventur (2002) (4).
Als Staatswald wird Wald bezeichnet, der dem Land
gehört.
Bundeswald gehört demnach dem Bund und wird
oder wurde i.d.R. militärisch genutzt.
Unter Privatwald wird kleinparzellierter
Bauernwald ebenso zusammengefasst wie großflächig
zusammenhängende Flächen meist adliger Waldbesitzer.
Körperschaftswald fasst die kommunalen
Waldbesitzer und Körperschaften wie die Kirchen zusammen.
Baumartenverteilung
Die 2. Bundeswaldinventur (2002) gibt auch einen Überblick
über die Baumartenzusammensetzung des Waldes in
Baden-Württemberg (5).

Der Wald in Baden-Württemberg setzt sich demnach zu 58% aus
Nadelbäumen und zu 42% aus Laubbäumen zusammen.
Die Zusammensetzung der Wälder ist je nach Region sehr
unterschiedlich. Im Stromberg
Gebiet finden wir weite Eichenbestände, der Naturpark
Schwarzwald Mitte/Nord ist im montanen Bereich gekennzeichnet durch
die Dominanz der Fichte, während die Wälder des Albtraufs
in ihrer großen Mehrheit aus Buchen bestehen. Hier spiegelt
sich die standörtliche Vielfalt der südwestdeutschen
Schichtstufenlandschaft wieder.
Auffallend ist über das Land betrachtet die Dominanz der
Fichte. Mehr wie ein Drittel der gesamten Waldfläche in
Baden-Württemberg wird von ihr eingenommen. Richtig
interessant wird diese Zahl aber erst, wenn man sie mit den Zahlen
der ersten Bundeswaldinventur vergleicht. Dann stellt man einen
nicht unerheblichen Rückgang von 6% fest. Hauptverursacher
dieses fast schon dramatisch erscheinenden Rückweichens der
Fichte ist nicht etwa der Klimawandel – obwohl
Wissenschaftler in Folge des prognostizierten Temperaturanstiegs
der Fichte langfristig keine guten Chancen mehr einräumen
– nein, es sind die Jahrhundertstürme Vivian/Wiebke und
Lothar, die zu massiven Vorrats- und Flächenverlusten bei der
Fichte geführt haben. So haben beide Ereignisse zusammen zu
einem unfreiwilligen Holzanfall von 29 Mio. Vorratsfestmetern (1
m3 = 1 Festmeter) geführt, das sind 62% der
Gesamtmenge des angefallenen Sturmholzes.
Flächenentwicklung
Überraschenderweise nimmt die Waldfläche insgesamt zu.
Waldverluste entstehen durch Rodung für Siedlungs-,
Wirtschafts- oder Verkehrsflächen. Rechnet man Verluste und
Gewinne durch Erstaufforstung zusammen nimmt die Waldfläche in
Baden-Württemberg durchschnittlich um 3 km2
jährlich zu (6). Hinzu kommen weitere Flächengewinne
durch Sukzession, also der natürlichen Verbreitung des Waldes
auf Flächen, die nicht mehr bewirtschaftet werden (siehe auch:
Wacholderheiden)
Die Verluste finden i.d.R. im ohnehin schon zersiedelten
städtischen Bereich statt. In ländlichen Regionen nimmt
der Wald eher zu, in Gegenden, die möglicherweise ohnehin
bereits waldreich sind. Hier kann es zu Konflikten kommen, wenn das
Landschaftsbild immer mehr durch Wald geprägt wird und
gegebenenfalls wenige verbleibende offene Landschaftsbestandteile
aufgeforstet werden sollen. Da eine Erstaufforstung genehmigt
werden muss, kann es schon mal sein, das aus
landschaftspflegerischen oder naturschützerischen Gründen
eine solche Genehmigung versagt wird (7) (8).
Der Wert des Waldes
Der Wald hat viele Aufgaben zu stemmen. Abgesehen von seinem
Wert als Erholungsraum, oder als Schutzwald für Boden, Klima,
Tier- und Pflanzenarten, lässt sich auch ganz profan der
monetäre Wert des Holzes feststellen. Um sich eine Vorstellung
machen zu können, welche Werte im Wald „rumstehen“
sollen ein paar Preise für Stammholz im Winter 2010 genannt
werden.
Die Preise geben die Spanne pro Kubikmeter Stammholz an. Die untere
Grenze wird dabei von schwach dimensionierten Holz schlechterer
Qualität und die obere Grenze durch stark dimensioniertes Holz
besserer Qualität gebildet.
- Fichte: 40 € – 75 €
- Buche: 50 € – 120 €
- Eiche: 55 € – 320 €
- Kiefer: 40 € – 60 €
Richtig Geld verdienen kann ein Waldbesitzer, wenn er wertvolle
Furniereichen bei sich im Wald stehen hat. Solche Stämme
werden über eine Submission oder Versteigerung verkauft.
Einzelne Stämme können dabei Preise von mehreren tausend
Euro pro Festmeter erzielen.
Im Jahr 2008 wurden in Baden-Württemberg „1,5 Millionen
m3 Buchenholz, 200.000 m3 Eichenholz, 500.000
m3 Kiefern- und Lärchenholz zum Verkauf
angeboten.“ (9)
Der durchschnittliche Holzvorrat, der auf einen Hektar Wald steht,
liegt bei 361 Kubikmeter Holz (10).
- Seite 1 -
|